Validierung von Wasserwiederverwendungssystemen für eine beschleunigte Implementierung in Deutschland

Wie gelingt eine sichere und praxistaugliche Wasserwiederverwendung?
In Regionen mit begrenzten Wasserressourcen, wie etwa in Südeuropa, wird Wasserwiederverwendung bereits seit längerem praktiziert. Stark aufbereitetes und desinfiziertes Abwasser ist dort eine wichtige und nachhaltige Ressource in der Landwirtschaft und somit wesentlicher Bestandteil des integrierten Wassermanagements.
Zunehmende Trockenperioden, auch in bisher als wasserreich geltenden Regionen, geben dem Thema auch in Deutschland und auf EU-Ebene einen höheren Stellenwert. Wasserwiederverwendung soll auch hier dabei helfen, in der landwirtschaftlichen Produktion oder zur Bewässerung im städtischen Raum wertvolle Ressourcen zu schonen und eine dauerhafte Wasserversorgung zu sichern.
Für die Verwendung in der landwirtschaftlichen Produktion muss das aufbereitete Wasser hygienische Mindestanforderungen erfüllen, die in der seit 2023 geltenden EU-Verordnung (EU) 2020/741 festgelegt sind. Bakterien, Viren und Protozoen müssen mindestens zu spezifischen Messwerten im Reinigungsprozess nachweislich entfernt werden.
Noch ist jedoch unklar, wie dieser Prozess einheitlich und effizient validiert werden kann.
Einheitliche Prozessvalidierung zur schnelleren Implementierung
In Deutschland sollen die Vorgaben der EU durch die in Vorbereitung befindliche Bundes-Wasserwiederverwendungsverordnung (Bundes-WasserWVVO) und das technische Regelwerk DWA-M 1200 umgesetzt werden. Ergänzend zu den EU-Mindestanforderungen wird von der Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e. V. (DWA) empfohlen, Referenzanlagen zu definieren, deren spezifische Verfahrensketten einmalig umfangreich validiert werden. Bei Neuanträgen für Aufbereitungsanlagen können sich Betreiber auf die Validierungsergebnisse der Referenzanlagen beziehen.
ValidReuse entwickelt hierfür
quantitativ belastbare, praxisnahe Methoden zur Validierung der Entfernungsleistung von Aufbereitungsanlagen, insbesondere durch den systematischen Vergleich von Spiking- und Anreicherungsverfahren mit geeigneten statistischen Auswertungsansätzen,
einen Vorschlag für ein Referenzanlagen-Register für eine vereinfachte Folgevalidierung sowie
praxisorientierte Empfehlungen und standardisierte Protokolle für umfängliche und vereinfachte Validierungen, inklusive Ressourcen- und Kostenabschätzung.
Die Ergebnisse aus ValidReuse sollen
Betreibern und Behörden Planungssicherheit geben
Planungs- und Genehmigungsprozesse vereinfachen
in die Überarbeitung des aktuellen DWA-M 1200 Gelbdrucks sowie
in die nationale Umsetzung der EU-Verordnung (EU) 2020/741 einfließen
und damit die Implementierung der Wasserwiederverwendung in Deutschland beschleunigen.
Das KWB koordiniert das Projekt und leitet die begleitende Fallstudie in Bad Oeynhausen.
Projektleitung: Ulf Miehe, Michael Stapf
Projektmitarbeitende: Wolfgang Seis, Hannah Schubach