Lösungen für geschlossene Wasserkreisläufe und Dezentralisierung
Viele große Städte wachsen derzeit und haben einen steigenden Wasserbedarf. Gleichzeitig sind sie mit den Auswirkungen des Klimawandels konfrontiert, darunter längere Trockenperioden im Sommer und zunehmende Niederschläge im Winter. Daher wächst der Bedarf an der Modernisierung der wasserwirtschaftlichen Infrastruktur, insbesondere in stadtnahen (peri-urbanen) Gebieten.
So sind beispielsweise die natürlichen Oberflächenwasserabflüsse in Berlin vergleichsweise gering, was zu einem teilgeschlossenen Wasserkreislaufmanagement zwischen Wasserversorgung und Abwasserentsorgung führt. Mit zunehmenden Auswirkungen des Klimawandels wird auch hier der Druck auf die Wasserressourcen steigen, sodass innovative und nachhaltige Strategien erforderlich sind, um mehr Menschen mit weniger Ressourcen zu versorgen.
SOLUCIR hat zum Ziel, zirkuläre und dezentrale Wassermanagementlösungen zu fördern und umzusetzen, um eine resiliente Wasserbewirtschaftungsstrategie in solchen Gebieten zu ermöglichen. Das Projekt zielt darauf ab, die technischen, finanziellen, regulatorischen und gesellschaftlichen Herausforderungen zu überwinden, die der Einführung dieser Lösungen im Wege stehen.
Für Berlin werden verschiedene Wassermanagementstrategien betrachtet. Dabei werden die wirtschaftlichen und ökologischen Auswirkungen zentralisierter und dezentraler Ansätze bewertet, ebenso wie die Qualitätsstandards und das Potenzial der Wasserwiederverwendung in dezentralen Systemen. Die Bewertung umfasst dezentrale, naturbasierte Lösungen zur lokalen Wasserwiederverwendung sowie Maßnahmen zur Erhöhung natürlicher Abflüsse. Ziel ist es, eine Degradation der Ökosysteme zu verhindern.
Dies ermöglicht ein resilientes Wassermanagement, das Bevölkerungswachstum, industrielle Entwicklung und die Qualität der Ökosysteme gleichermaßen berücksichtigt.
Daher wird SOLUCIR auf Erkenntnisse und Erfahrungen aus 23 inspirierenden Pilotstandorten in ganz Europa zurückgreifen. Neben Berlin werden Wassermanagementkonzepte für fünf weitere Regionen entwickelt: Katalonien (Spanien), Thessalien (Griechenland), Flandern (Belgien), Südmarche (Italien) und Südafrika.
Es werden umfassende Risikobewertungsinstrumente entwickelt, die gesundheitliche, betriebliche und ökologische Risiken umfassen. Diese Instrumente werden durch gezielte politische Empfehlungen und gesellschaftliche Maßnahmen ergänzt. Das KWB leitet das entsprechende Arbeitspaket sowie die Aktivitäten in der Region Berlin-Brandenburg.
Horizon Europe (Grant Agreement 101181230)