Methodik für das Monitoring der Nationalen Wasserstrategie

Eine konsistente Bewertungssytematik misst die Wirkung eines deutschlandweiten Aktionsprogramms

Vor dem Hintergrund zunehmender Herausforderungen durch Dürren, Hochwasser und Belastungen der Gewässer hat die Bundesregierung im März 2023 die Nationale Wasserstrategie (NWS) verabschiedet. Laut dieser soll bis 2050 in allen Regionen Deutschlands jederzeit eine hochwertige, bezahlbare und ausreichende Trinkwasserversorgung sichergestellt sein sowie die Wasserqualität von Grundwasser, Flüssen, Seen und Meeren verbessert werden. Ebenfalls soll der naturnahe Wasserhaushalt gestärkt und die Wasserwirtschaft resilienter gegenüber den Folgen des Klimawandels werden.

Die NWS umfasst zehn zentrale Handlungsfelder und ein Aktionsprogramm mit 78 konkreten Maßnahmen. Beteiligt sind zahlreiche Akteur:innen aus allen Sektoren – von Landwirtschaft und Industrie über Naturschutz bis hin zu Verwaltung, Stadtentwicklung und Verkehr. Unter anderem werden Bundes- und Landesressorts, Institutionen und Verbände der Wasserwirtschaft, wissenschaftliche Einrichtungen und Fachgesellschaften sowie Akteur:innen aus Kommunen, Wirtschaft und Umweltorganisationen einbezogen. Eine Interministerielle Arbeitsgruppe (IMA) koordiniert die Umsetzung der Strategie auf Bundesebene und erstellt ab 2029 alle sechs Jahre einen Monitoringbericht. Dieser dokumentiert die Umsetzung der NWS und bildet die Basis für die Weiterentwicklung des Aktionsprogramms.

Das KWB leitet das Gemeinschaftsprojekt zur Entwicklung einer Methodik für das Monitoring der NWS.

Die Methodik soll folgende Anforderungen erfüllen:

  • die Umsetzung der NWS systematisch und ganzheitlich erfassen,

  • den Fortschritt einzelner Aktionen messen,

  • Synergien, Herausforderungen und Konflikte zwischen den einzelnen Aktionen erkennen

  • eventuellen Nachsteuerungsbedarf rechtzeitig identifizieren sowie

  • Aktionspartner über den Stand der NWS informieren und sie gezielt einbeziehen.

Die Methodik bildet die wesentliche Grundlage für den Monitoringbericht der IMA und ermöglicht es, Entwicklungen über mehrere Berichtszyklen hinweg zu vergleichen.

Fortschritt sichtbar machen, Beteiligung stärken

Kern des Gemeinschaftsprojekts ist die Entwicklung einer konsistenten Bewertungssystematik für die Nationale Wasserstrategie. Es werden schrittweise Kriterien und Indikatoren definiert, fachlich abgestimmt und in der Methodik zusammengeführt. Mögliche Indikatoren sind beispielsweise Daten zur Gewässerqualität, Investitionsrückstande in der Wasserwirtschaft oder der Trinkwasserverbrauch in Haushalten. Für unterschiedliche Maßnahmekategorien werden Bewertungsskalen festgelegt, die über den Fortschritt einzelner Aktionen Auskunft geben.

Im Verlauf der Umsetzung der NWS sind aufgrund zukünftiger Gesetzesänderungen oder neuen Forschungsergebnissen fortlaufend neue Indikatoren zu erwarten. Die Methodik muss daher anpassungsfähig und für die Weiterentwicklung zukünftiger Aktionen anwendbar sein. Die konsistente Bewertungssystematik erlaubt es, Prioritäten messbar zu machen und daraus weitere Maßnahmen abzuleiten.

Ein wichtiger Bestandteil des Projekts ist die Einbeziehung der Akteur:innen und Stakeholder am Entwicklungsprozess der Methodik. Hierzu wird ein Konzept für eine Darstellungssystematik entwickelt, die den Umsetzungsstand des Aktionsprogramms und der Ziele der NWS visualisiert. Sie soll es den einzelnen Fachakteur:innen ermöglichen, sich über den Fortschritt des Programms zu informieren, ihre Beiträge einzubringen und sie untereinander zu kommunizieren.

Als Prototyp für die Methodik dient ein erster Statusbericht, der den Stakeholdern der NWS präsentiert wird. Die Statuskonferenz wird vom KWB organisiert und durchgeführt.

Weitere Informationen:

Der Projektsteckbrief des Umweltbundesamts (UBA) bietet einen kompakten Überblick zum Vorhaben.

Ergänzende Informationen zur Nationalen Wasserstrategie des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) finden Sie hier.

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